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- Die Lehre der Veden -


- Die Lehre der Veden -

Lord Brahma offenbart die Vedas

Lord Brahma
offenbart die Vedas
A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada

Meine Damen und Herren, das heutige Thema lautet:
"Die Lehren der Vedas". Sie mögen fragen "Was sind die Vedas?" Die Wurzel des Sanskritwortes veda (vid) kann unterschiedlich ausgelegt werden, doch ist die Bedeutung letztlich nur eine: veda bedeutet "Wissen". Jede Art des Wissens, dem Sie sich aufschließen, ist veda, denn die Lehren der Vedas bilden das ursprüngliche Wissen. Im bedingten Zustand unterliegt unser Wissen vielen Unzulänglichkeiten. Der Unterschied zwischen einer bedingten und einer befreiten Seele besteht darin, dass die bedingte Seele vier Mängel aufweist.

Der erste Mangel ist der unvermeidliche Hang, Fehler zu begehen (). In unserem Land, zum Beispiel, galt Mahatma Gandhi als eine sehr bedeutende Persönlichkeit, doch machte er viele Fehler. Kurz vor seinem Tode noch warnte ihn einer seiner Gefolgsleute: "Mahatma Gandhi, geh nicht zum Treffen in Neu Delhi. Ich habe von Freunden gehört, dass dort Gefahr droht." Doch er hörte nicht. Er bestand darauf, nach Delhi zu gehen, und wurde ermordet. Selbst bedeutende Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi oder Präsident Kennedys, gibt ihrer so viele, begehen also Fehler. Irren ist menschlich. Dies ist der erste Mangel der bedingten Seele.

Ein weiterer Mangel liegt darin, dass wir uns täuschen (pramada). „Täuschung, Illusion, bedeutet, etwas für Wirklichkeit zu halten, was nicht Wirklichkeit ist: maya. Maya bedeutet "das, was nicht ist". Jeder hält beispielsweise den Körper für das Selbst. Wenn ich Sie frage, wer Sie sind, werden Sie sagen: "Ich bin Mr. John; ich bin reich; ich bin dieses; ich bin jenes." All diese Bezeichnungen beziehen sich auf Ihren Körper. Aber Sie sind nicht Ihr Körper. Diese Vorstellung ist eine Täuschung.

Der dritte Mangel ist die Neigung zum Betrug (vipralipsa). Jeder neigt dazu, andere zu betrügen. Obwohl jemand der größte Narr sein mag, wird er so tun, als sei er sehr intelligent. Obwohl bereits deutlich gemacht wurde, dass er Täuschungen unterliegt und Fehler begeht, wird er Vermutungen anstellen: "Ich denke, dies ist so . , und das ist so." Er weiß aber nicht einmal, wo er selbst steht. Er schreibt Philosophische Bücher, obwohl er mit Mängeln behaftet ist. Hieran zeigt sich seine Krankheit. Das ist Betrug.

Hinzu kommt, zu guter Letzt, dass unsere Sinne unvollkommen sind (karanapatava). Wir sind sehr stolz auf unsere Augen, und oft fragt jemand herausfordernd: "Können Sie mir Gott zeigen?" Doch haben Sie die Augen, mit denen Sie Gott sehen können? Sie werden Ihn nie sehen, wenn Sie nicht die geeigneten Augen haben. Wenn der Saal jetzt dunkel wird, können Sie nicht einmal Ihre Hand vor Augen sehen. Wie weit reicht also Ihre Sehkraft? Wir können daher nicht erwarten, Wissen oder Veda mit unseren unvollkommenen Sinnen zu erwerben. Auch können wir mit all diesen Unzulänglichkeiten des bedingten Lebens niemandem vollkommenes Wissen vermitteln. Noch sind wir selber vollkommen. Aus diesem Grund nehmen wir die Vedas so an, wie sie sind.

Veda - Vedische Schriften
Veda - sanskrit Schriften
auf Palmblättern

Sie mögen glauben, wir seien Hindus und die Vedas seien hinduistische Schriften, doch das Wort "Hindu" hat weder mit uns noch mit den Vedas etwas zu tun. Wir sind keine Hindus. Unsere richtige Bezeichnung lautet „varnasrama“ Mit varnasrama sind die Nachfolger der Vedas gemeint oder diejenigen, die anerkennen, dass die menschliche Gesellschaft in acht Unterteilungen nach varna und ashrama gegliedert ist. Es gibt vier gesellschaftliche Unterteilungen und vier Unterteilungen des spirituellen Lebens. Das nennt man varnasrama. In der Bhagavadgita (4.13) heißt es: "Diese Unterteilungen findet man überall, da sie von Gott geschaffen sind." Die gesellschaftlichen Einteilungen lauten brahmana, ksatriya, vaisya und sudra. Brahmana bezieht sich auf die intelligentesten Menschen oder diejenigen, die wissen, was das Brahman ist. Die ksatriyas oder Verwalter sind die nächst intelligenten Menschen; dann kommen die vaisyas oder die Kaufleute und Bauern und schließlich die sudras oder die Arbeiter und Diener. Diese natürliche Einteilung findet man überall. Es ist ein vedisches Prinzip, und wir erkennen es als solches an. Vedische Prinzipien werden als axiomatische Wahrheiten bezeichnet, denn es kann in ihnen keinen Fehler geben. In Indien zum Beispiel wird Kuhdung als rein anerkannt, obwohl Kuhdung der Kot eines Tieres ist. An einer Stelle in den Vedas findet man die Anweisung, sogleich ein Bad zu nehmen, wenn man den Kot eines Tieres berührt hat; doch an einer anderen Stelle heißt es, dass der Kot einer Kuh rein ist. Wenn man einen unreinen Ort mit Kuhdung bestreicht, wird dieser Ort rein. Wir mit unserem gewöhnlichen Verständnis werden  einwenden "Das ist ein Widerspruch", und es ist vom gewöhnlichen Standpunkt aus betrachtet tatsächlich widersprüchlich. Trotz dem ist es nicht falsch. Es ist eine Tatsache. In Kalkutta untersuchte ein bekannter Wissenschaftler und Arzt Kuhdung und fand her aus, dass er alle antiseptischen Bestandteile enthält.

Veda - Vedische Schriften
Vedische sanskrit Schriften
auf Palmblättern

Wenn in Indien jemand zu jemand anderem sagt "Du musst dies tun", wird der andere wahrscheinlich erwidern "Was soll das heißen? Ist dies eine vedische Anweisung, dass ich Dir ohne Widerrede zu folgen habe?". Vedische Unterweisungen kann man nicht auslegen. Wenn man jedoch genau nachforscht, warum es diese Anweisungen gibt, wird man schließlich erkennen, daß sie alle ihre Richtigkeit haben. Die Vedas sind keine Zusammenstellung menschlichen Wissens. Das vedische Wissen kommt aus der spirituellen Welt, vom Höchsten Herrn, Sri Krishna. Die Vedas werden auch als sruti bezeichnet. Mit sruti ist Wissen gemeint, das man durch Hören erwirbt. Es anerkennen, ist kein experimentelles Wissen. Sruti wird wie eine Mutter angesehen. Sehr viele Dinge lernen wir von unserer Mutter. Wenn Sie  zum Beispiel wissen möchten, wer Ihr Vater ist, wer kann Ihnen dann eine Antwort geben? Ihre Mutter. Wenn die Mutter sagt "Hier ist dein Vater", müssen Sie ihre Worte annehmen. Es ist nicht möglich, durch Experimente festzustellen, ob der von ihr Benannte tatsächlich Ihr Vater ist oder nicht. Wenn Sie, in ähnlicher Weise, von etwas Kenntnis haben möchten, das jenseits Ihres Erfahrungsbereiches liegt, jenseits Ihres experimentellen Wissens, jenseits der Tätigkeit Ihrer Sinne, dann müssen Sie die Vedas anerkennen. Experimente stehen außer Frage. Es ist bereits experimentiert worden. Es steht bereits alles fest. Die Darstellung der Mutter, zum Beispiel, muss als Wahrheit angenommen werden. Es gibt keinen anderen Weg.

Die Vedas werden als die Mutter betrachtet und Brahma als der Großvater oder Vorvater, weil er der erste war, der im vedischen Wissen unterwiesen wurde. Am Anfang war Brahma das erste Geschöpf. Er empfing das vedische Wissen und gab es an Narada und andere Schüler und Söhne weiter, die es ihrerseits ebenfalls an ihre Schüler weiterleiteten. So kommt das vedische Wissen durch die Nachfolge der Schüler zu uns herab. In der Bhagavad-gita (4.2) wird bestätigt, dass das vedische Wissen auf diese Weise überliefert wird. Wenn Sie sich die Mühe des Experimentes machen, kommen Sie zur gleichen Schlussfolgerung, doch um Zeit zu sparen, sollten Sie es einfach annehmen. Wenn Sie wissen möchten, wer Ihr Vater ist, und Sie Ihre Mutter als Autorität anerkennen, können Sie alles, was sie sagt, ohne Widerrede annehmen.

Es gibt drei Arten der Aneignung von Wissen: Pratyaksa, Anumana und Sabda. Pratyaksa bedeutet" unmittelbar". Unmittelbare Erfahrung ist nicht sehr verlässlich, weil unsere Sinne nicht vollkommen sind. Wir sehen zum Beispiel jeden Tag die Sonne, und sie erscheint uns wie eine kleine Scheibe, doch in Wirklichkeit ist sie sehr viel größer als viele Planeten. Welchen Wert hat also solches Sehen? Wir müssen daher Bücher lesen; dann können wir mehr von der Sonne verstehen. Unmittelbare Erfahrung ist also nicht vollkommen. Das nächste ist induktives Wissen: "Es könnte so sein." Mutmaßungen. Darwins Theorie beispielsweise besagt "Es könnte so sein, oder es könnte auch so sein", aber das ist keine Wissenschaft. Das sind nur Vermutungen, und auch das ist nicht vollkommen. Wenn Sie aber Wissen aus den maßgeblichen Quellen empfangen, ist es vollkommen. Wenn Sie von der Sendeleitung eines Rundfunksenders die Programmvorschau bekommen, erkennen Sie diese an. Sie lehnen sie nicht ab, und Sie brauchen auch nicht zu experimentieren, denn Sie haben die Mitteilungen aus der, maßgeblichen Quelle empfangen.

Vedisches Wissen wird als sabdapramana bezeichnet. Ein anderer Name lautet sruti. Sruti bedeutet, dass dieses Wissen nur durch das Ohr zu empfangen ist. Die Vedas unterweisen uns, von einer Autorität zu hören, um transzendentales Wissen zu verstehen. Transzendentales Wissen ist Wissen aus einer Welt, die jenseits unseres Universums liegt. Innerhalb unseres Universums gibt es materielles Wissen und jenseits davon transzendentales Wissen. Wir können nicht einmal bis ans Ende des Universums gelangen; wie können wir also zur spirituellen Welt gehen? Es ist daher unmöglich, durch eigene Kraft umfassendes Wissen zu erwerben.

Es gibt einen spirituellen Himmel. Es gibt noch eine andere Natur, jenseits der manchmal manifestierten und manchmal nicht manifestierten Materie. Doch wie wollen Sie feststellen, daß es tatsächlich einen Himmel gibt, wo die Planeten und ihre Bewohner ewig bestehen? All dieses Wissen ist da, doch wie wollen Sie experimentieren? Es ist nicht möglich. Deshalb müssen Sie die Vedas zu Hilfe nehmen. Das nennt man vedisches Wissen. In unserer Bewegung für Krishna-Bewußtsein nehmen wir Wissen von der höchsten Autorität an, von Krishna. Krishna wird von allen Arten von Menschen als die höchste Autorität anerkannt. Ich spreche zunächst von den beiden Arten von Transzendentalisten. Die einen nennt man Unpersönlichkeitsphilosophen oder Mayavadis. Sie sind im Allgemeinen als Vedantisten bekannt, und ihr Oberhaupt ist Sankaracarya. Die anderen werden als Vaisnavas bezeichnet, und zu ihren Hauptvertretern gehören Ramanujacarya, Madhvacarya und Visnusvami. Sowohl die Sankarasampradaya als auch die Vaisnavasampradaya erkennen Krishna als den Höchsten Persönlichen Gott an. Sankaracarya gilt als ein Vertreter der Unpersönlichkeitslehre, der die Unpersönlichkeit oder das unpersönliche Brahman predigte, doch ist es eine Tatsache, dass er ein verhüllter Persönlichkeitsphilosoph war. In seinem Kommentar zur Bhagavad-gita schreibt er: Narayana der Höchste Persönliche Gott, weilt jenseits der kosmischen Manifestation. "Und dann bestätigt er weiter:  "Dieser Höchste Persönlicher Gott, Narayana ist Krishna. Er ist gekommen als der Sohn Devakis und Vasudevas." Er erwähnt insbesondere die Namen von Krishnas Vater und Seiner Mutter. Krishna wird also von allen Transzendentalisten als der Höchste Persönliche Gott anerkannt. Darüber besteht kein Zweifel.

Unsere Wissensquelle im Krishna-Bewußtsein kommt unmittelbar von Krishna die Bhagavadgita. Wir haben die Bhagavadgita unter de m Titel " Bhagavadgita Wie Sie“ veröffentlicht, weil wir Krishna Worte so annehmen, wie Er sie ohne Auslegung ursprünglich gesprochen hat. Das ist vedisches Wissen. Da vedisches Wissen rein ist, nehmen wir es an. Was immer Krishna sagt, nehmen wir an. Das ist Krishna-Bewußtsein. So spart man viel Zeit. Wenn Sie sich an die richtige Autorität oder die richtige Wissensquelle halten, sparen Sie viel Zeit.

Zum Beispiel gibt es in der materiellen Welt zwei Wege, Wissen zu erwerben, den induktiven und den deduktiven. Den deduktiven Weg zu beschreiten bedeutet anzuerkennen, dass der Mensch sterblich ist. Ihr Vater sagt, der Mensch sei sterblich; Ihre Schwester sagt, der Mensch sei sterblich; jeder sagt, der Mensch sei sterblich und daher experimentieren Sie nicht. Sie erkennen es als eine Tatsache an. Den induktiven Weg zu beschreiten bedeutet nachzuforschen, ob der Mensch sterblich ist. Sie müssen jeden einzelnen Menschen untersuchen, und es mag Ihnen der Gedanke kommen, dass es vielleicht einen Menschen gibt, der nicht stirbt, und dass Sie ihn nur noch nicht gesehen haben. Auf diese Weise werden Ihre Nachforschungen nie ein Ende nehmen. Diesen Weg nennt man im Sanskrit aroha oder den aufsteigenden Pfad". Wenn Sie durch persönliche Bemühung oder durch den Gebrauch Ihrer unvollkommenen Sinne Wissen erlangen wollen, werden Sie nie zu den richtigen Schlussfolgerungen gelangen. Es ist einfach nicht möglich.

In der Brahma Samhita heißt es an einer Stelle: "Besteige einfach das Flugzeug, das mit der Geschwindigkeit des Geistes fliegt." Unsere materiellen Flugzeuge können 2 000 Kilometer in der Stunde fliegen, doch bedenken wir einmal die Geschwindigkeit des Geistes. Sie sitzen zuhause und denken an Indien, das von hier ungefähr 10 000 Kilometer entfernt liegt, und sogleich ist es bei ihnen. Ihr Geist ist dort hingegangen. Die Geschwindigkeit des Geistes ist so ungeheuer schnell. Deshalb heißt es: "Wenn du dich mit dieser Geschwindigkeit für Millionen von Jahren fortbewegst, wirst du erkennen, dass der spirituelle Himmel grenzenlos ist." Es ist nicht möglich, sich dieser Sphäre mit materiellen Mitteln auch nur zu nähern. Aus diesem Grund lautet die vedische Unterweisung, dass man sich einem echten spirituellen Meister, einem Guru, nähern muss (das Wort "unumgänglich" wird gebraucht). Und wodurch zeichnet sich ein echter spiritueller Meister aus? Er hat die vedische Botschaft aus der richtigen Quelle richtig gehört. Andernfalls ist er nicht echt. Er muss auf praktische Weise fest im Brahman verankert sein. Dieses sind die beiden Eigenschaften. Die Bewegung für Krishna Bewusstsein ist von den vedischen Prinzipien her völlig autorisiert. In der Bhagavadgita (15.15) sagt Krishna "Das eigentliche Ziel der vedischen Forschung bin Ich." In der Brahma Samhita (5.33) heißt es: "KRSNA, Govinda besitzt unzählige Formen, doch sie sind alle eins." Man kann sie nicht mit unseren Formen oder Körpern gleichsetzen, die fehlbar sind. Seine Gestalt ist unfehlbar. Mein Körper hat einen Anfang, doch Sein Körper hat keinen Anfang. Er ist ananta oder unendlich, denn Seine Multiformen sind zahllos. Mein Körper sitzt jetzt hier, und nicht in meiner Wohnung. Sie sitzen ebenfalls hier, und nicht in Ihrer Wohnung. Doch Krishna kann überall zugleich sein. Er kann Sich in Goloka Vrindavana aufhalten, und zur gleichen Zeit weilt Er überallalldurchdringend. Er ist der Ursprüngliche der Älteste, doch wenn Sie ein Bild von Krishna betrachten, werden Sie immer einen fünfzehn bis zwanzigjährigen Jüngling sehen. Sie werden nie einen alten Mann finden. Sie haben vielleicht Bilder aus der Bhagavadgita gesehen, die Krishna als Wagenlenker darstellen. Damals war Er nicht weniger als hundert Jahre alt. Er hatte bereits Urenkel, doch sah Er aus wie ein Jüngling. Krishna oder GOTT wird nie alt. Das ist Seine höchste Macht. Und wenn Sie Krishna durch das Studium der vedischen Literatur erkennen möchten, werden Sie wahrscheinlich scheitern. Es mag möglich sein, doch ist es sehr schwierig. Sie können jedoch sehr leicht von Seinem Geweihten etwas über Ihn erfahren. Der Gottgeweihte kann Ihnen Krishna geben: "Hier ist Er, nehmen Sie Ihn." Das steht in der Macht der Geweihten Krishnas.

Ursprünglich gab es nur einen Veda, und es war nicht nötig, ihn zu lesen. Die Menschen waren so intelligent und verfügten über ein solch scharfes Erinnerungsvermögen, dass sie nur einmal von den Lippen des spirituellen Meisters zu hören brauchten, um das Gesprochene in sich aufzunehmen und zu verstehen. Die gesamte Bedeutung war ihnen sogleich klar.

Vor 5 000 Jahren dann legte Vyasadeva für die Menschen des gegenwärtigen Zeitalters, des Kaliyuga, die Vedas schriftlich nieder. Er wusste, dass die Menschen nur noch eine kurze Lebenserwartung haben würden, dass ihr Erinnerungsvermögen sehr schwach und ihre Intelligenz nicht sehr scharf sein würde. Er überlegte also: "Laß mich daher das vedische Wissen in schriftlicher Form lehren." Er gliederte den ursprünglichen Veda in vier Teile (Rig, Sama, Atharva und Yajurund gab diese in die Obhut seiner Schüler. Sodann dachte er an die weniger intelligenten Menschen, nämlich stri (die Frauen), sudra (die Arbeiter) und dvijabandhu (diejenigen, die in einer hochgestellten Familie geboren wurden, jedoch nicht entsprechend befähigt sind). Ein Mann, zum Beispiel, der in der Familie eines Brahmana geboren wurde, aber nicht die Fähigkeiten eines Brahmana besitzt, wird als dvijabandhu bezeichnet. Für diese Menschen verfasste er das Mahabharata, auch "die Geschichte Indiens" genannt, und die Puranas. Die vedischen Schriften umfassen also die Puranas ' das Mahabharata, die vier Vedas ,und die Upanishaden. Die Upanishaden bilden einen Teil der Vedas .Als nächstes fasste Vyasadeva das gesamte vedische Wissen für Gelehrte und Philosophen im Vedantasutra zusammen. Dieses Werk gilt als "das letzte Wort der Vedas". Vyasadeva schrieb das Vedantasutra persönlich unter der Anleitung Naradas, seines Guru Maharaja oder spirituellen Meisters, doch immer noch nicht war er zufrieden. Es ist dies eine Geschichte, die man im SrimadBhagavatam (l Canto, 6. Kapitel) nachlesen kann. Selbst nachdem Vedavyasa die zahlreichen Puranas und Upanishaden zusammen gestellt, und sogar nachdem er das Vedantasutra verfasst hatte, war er nicht zufrieden. Darauf gab ihm sein spiritueller Meister, Narada, die Anweisung: "Erkläre den Vedanta. “Vedanta bedeutet "endgültiges Wissen", und das endgültige Wissen ist Krishna. Krishna sagt überall in den Vedas, dass man Ihn verstehen muss.

In der Bhagavad-gita (15.15) erklärt Er: vedais ca sarvair aham eva vedyo vedantakrd vedavid eva caham. Ich bin es, der durch alle Vedas zu erkennen ist, ja Ich bin der Verfasser des Vedanta, und Ich bin der Kenner der Vedas." Das endgültige Ziel ist daher Krishna. Dies wird in allen Kommentaren der Vaisnavas zur Vedanta Philosophie erklärt. Unser Kommentar, das heißt der der Gaudiya Vaisnavas stammt von Baladeva Vidyabhusana und trägt den Titel "Govindabhasya" Auch Ramanujacarya und Madhvacarya hinterließen jeweils einen Kommentar zur Philosophie des Vedanta. Sankaracaryas Auslegung ist nicht der einzige Kommentar. Es gibt also viele Kommentare zum Vedanta, und nur weil die Vaisnavas nicht als erste einen Vedanta-Kommentar vorlegten, ist der falsche Eindruck entstanden, der Sankaracaryas sei der einzige. Abgesehen davon verfasste Vyasadeva selber den vollendeten Vedanta-Kommentar das SrimadBhagavatam. Das SrimadBhagavatam beginnt mit den ersten Worten des Vedantasutra: janmady asya yatah. Und dieses janmady asya yatah wird im SrimadBhagavatam ausführlich erklärt. Das Vedantasutra deutet nur an, was das Brahman oder die ABSOLUTE WAHRHEIT ist: janmady asya yatah. "Die ABSOLUTE WAHRHEIT ist das, von dem alles ausgeht." Dies ist eine Zusammenfassung, doch im SrimadBhagavatam findet man eine bis in alle Einzelheiten gehende Erklärung. Wenn alles von der ABSOLUTEN WAHRHEIT ausgeht, worin besteht dann das Wesen der ABSOLUTEN WAHRHEIT? Das wird im SrimadBhagavatam erklärt. Die ABSOLUTE WAHRHEIT muss Bewusstsein sein. Er (die ABSOLUTE WAHRHEIT) leuchtet aus Sich Selbst heraus. Wir entwickeln unser Bewusstsein und unser Wissen, indem wir von anderen Wissen empfangen; doch von Ihm heißt es, Er leuchte aus Sich Selbst heraus. Das gesamte vedische Wissen ist im Vedantasutra zusammengefasst, und dieses Vedantasutra erläutert der Verfasser selber im SrimadBhagavatam. Zuletzt  möchte ich all diejenigen bitten, die wirklich nach vedischem Wissen streben, die Erklärung allen vedischen Wissens aus dem SrimadBhagavatam und der Bhagavadgita zu verstehen.

Vielen Dank

[Deutsche ‹bersetzung aus der Vorlesung von A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada,
am 6. Oktober 1969 in der Conway Hall, London, England.
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A.C. Bhaktivedanta Swami prabhupada